Der Monat März ist der Monat des Chamsins

 

Gestern brach abends über Luxor der berühmt berüchtigte Chamsin  herein.

Den ganzen Tag über hatten wir schon das Gefühl, man würde vor einer geöffneten Backofentür sitzen. Es war sehr windig und der Wind war richtiggehend heiß. Dies ließ schon erahnen, was noch auf uns zukommen würde, denn der Monat März ist bekannt für seine heißen Wüstenwinde; genannt Chamsin.

Gegen 19 Uhr war es dann soweit. Der Wind verdoppelte/verdreifachte seine Stärke und plötzlich war überall Sand in der Luft, was das Atmen schwer machte. Da half nur noch eines – Fenster und Türen schließen und ausharren. Aber wer die ägyptische Bauart kennt, weiß, dass weder Türen noch Fenster wirklich dicht schließen und so hatte man eine Sandwolke auch in der Wohnung stehen. Alles knirschte. Den Boden, den ich eine Stunde zuvor noch gefegt hatte, sah wieder genauso dreckig aus. Überall hinterließ ich Fußabdrücke auf dem Boden. Na super.

Überall hörte man es poltern und scheppern. Alles, was nicht niet- und nagelfest war, flog umher. Die gerade vor ein paar Tagen wieder installierte Parabolantenne hat es im Sturm auch umgehauen und hinterließ einen Totalschaden.

Nach ungefähr 3 Stunden flaute der Wind langsam ab, aber die Luft war über und über mit Sand gefüllt. Man konnte nur schwerlich auf die andere Seite der Gartenmauer gucken. Zu Hause hat man mit Schneeverwehungen zu kämpfen und hier waren es Sandverwehungen, die sich vor der Eingangstür sammelten.

Bis morgens um 4 Uhr war immer noch reichlich Sand in der Luft. Erst gegen 5 Uhr wurde die Luft draußen klarer und es fand ein Temperatursturz von 10 Grad satt.

Morgens konnte man im Garten das ganze Ausmaß des Sandsturms erkennen. Die schönen Orleanderbüsche hingen wie Trauerweiden herunter. Die voll in Blüte stehenden Büsche waren sowieso schon zu schwer für die dünnen Zweige, aber durch den starken Wind, bogen sie sich fast bis auf den Boden. Alle Pflanzen waren mit einer dicken Staubschicht überzogen. Das einstige leuchtende Grün war nahezu nicht mehr zu erkennen. Unsere Polsterauflagen waren ebenfalls mit einer dicken Sandschicht überzogen, da kommt Freude auf.

Allein morgens habe ich 3 x  in der Wohnung den Boden gefegt, um schließlich festzustellen, dass immer noch zu viel Staub in der Luft ist und es rein gar nichts bringt, sich dieser Mühe zu unterziehen. Nun halte ich es wie die Ägypter und warte einen Tag, dann soll sich der Staub gelegt haben und es macht Sinn, zu putzen.

لسه حالا دلوقتي طريق قنا الغردقه رجعنا في الطريق

Gepostet von Ahmed Shagy Shagy am Mittwoch, 28. März 2018

Text und Fotos: Andrea Vinkenflügel

Video von Ahmed Shagy Shagy (geteilt über Facebook)

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