Il Lahun

Sesostris-II.-Pyramide/Il Lahun

 
Die Sesostris II Pyramide befindet sich in Il Lahun/Fayyum und stammt aus der 12. Dynastie.

 
Ursprünglich war die Pyramide knapp 49 m hoch. Die wohl wichtigste Entdeckung in Il Lahun machte der Archäologe Flinders Petrie. Er fand bei Ausgrabungen die Arbeitersiedlung von Il Lahun, die wichtige Erkenntnisse über das Leben der Arbeiter, die die Sesostris II Pyramide erbauten, brachte. Anschließend fand Flinders Petrie in einer weiteren Grabungssaison den Zugang zur Pyramide und erforschte die unterirdischen Gänge. Irgendwie ließ Il Lahun Flinders Petrie nicht los und er kam noch in 3 weitere Grabungssaisons zurück. Er erforschte die Pyramide und das Umfeld am gründlichsten.

 
Wenn man sich heute die Pyramide ansieht, so macht sie schon einen recht ungewöhnlichen Eindruck. Man sieht hauptsächlich Lehmziegel und an der Pyramidenbasis gucken ein paar Kalksteinblöcke heraus. Dazu muss man wissen, dass die Pyramide im Inneren über 4 Kalksteinstufen bestand. Die Blöcke wurden quer und strahlenförmig angeordnet und die Hohlräume wurden mit Lehmziegeln gefüllt. Anschließend wurde die Pyramide mit einer Kalksteinverkleidung versehen, die allerdings im Laufe der Zeit eine anderweitige Verwendung gefunden hat. Der Nachteil war, dass nun die Lehmziegel der Witterung ausgesetzt waren und so die Pyramide mehr und mehr zerfällt.

 
Die Sesostris II Pyramide verfügt noch über eine weitere Besonderheit: Im Regelfall befindet sich der Eingang zur Pyramide im Norden. Hier in Il Lahun befindet sich der Eingang zur Pyramide überhaupt nicht am Bauwerk, sondern außerhalb der Pyramide in Form eines 16 m tiefen Schachtes. Die Grabkammer ist mit Granit verkleidet und der Sarkophag aus Rosengranit. Leider kann man die Pyramide nicht im Inneren besichtigen. Als Petrie seinerzeit die Pyramide erkundete, musste er feststellen, dass diese von Grabräubern bereits geplündert wurde.

 
Wenn Sie denken, wir wären schon am Ende der Besonderheiten, weit gefehlt, die Pyramide hat noch eine im petto: Um die gesamte Grabkammer herum verläuft ein Gang. Niemand weiß so recht, was es mit diesem umlaufenden Gang auf sich hat.

 
Neben der Pyramide befinden sich noch acht Mastabs, die ebenfalls im Inneren aus Kalkstein bestehen und mit Lehmziegeln verkleidet wurden.

Text und Fotos Andrea Vinkenflügel